KI-Meeting-Assistent, der während des Meetings aktiv wird: Was Teams Facilitator, Zoom AI Companion, Google Meet Gemini und InterMINDs Mia im Raum tun (2026)
Zwei Jahre lang bedeutete „KI in Meetings" eine Sache: einen Mitschreiber. Er hörte zu und schickte nach dem Call eine Zusammenfassung per E-Mail. Diese Aufgabe ist erledigt — jede Plattform bietet sie, und wir haben im Recap-Guide zusammengetragen, wer danach was übernimmt.
Die nächste Aufgabe ist anders. Ein KI-Meeting-Assistent arbeitet während des Meetings: Er erinnert den Raum daran, was in der letzten Sitzung entschieden wurde, hält eine Zusage in dem Moment fest, in dem sie fällt, plant den Follow-up-Termin, wenn der Host danach fragt, und sagt gegen Ende, welche Agenda-Punkte nicht behandelt wurden. G2 listet das inzwischen als eigene Feature-Gruppe für Videokonferenzen — „Agentic AI" — mit drei Fähigkeiten: proaktive Unterstützung, autonome Aufgabenausführung und Entscheidungsfindung.
Dieser Guide besteht aus zwei Teilen. Erstens: wie man ein Meeting mit einem KI-Teilnehmer so führt, dass er wirklich hilft — was in die Einladung gehört, wie man ihn anspricht, wer ihm Anweisungen geben darf, was am Ende zu prüfen ist. Zweitens: die dokumentierte Übersicht — was Microsoft Teams, Zoom und Google Meet heute unter diesem Stichwort liefern, und was InterMINDs Mia leistet. Jede Herstellerangabe ist aus der öffentlichen Dokumentation des jeweiligen Anbieters zitiert, geprüft im September 2026, verlinkt am Ende.
Mitschreiber, Assistent, Agent — die drei Begriffe
Ein Mitschreiber hört zu und schreibt danach. Er spricht nie im Meeting. Zooms Meeting Summary, Teams Recap und Google Meets „Take notes for me" sind Mitschreiber; ihr Ergebnis ist die Aufzeichnung nach dem Meeting.
Ein Assistent antwortet während des Meetings, wenn man ihn fragt — „Was haben wir zum Budget vereinbart?", „Bring mich auf den aktuellen Stand" — anhand des Transkripts und des Materials, auf das er zugreifen kann. Zooms In-Meeting-Fragen, Ask Gemini in Meet und InterMINDs Mia, wenn sie namentlich antwortet, sind Assistenten.
Ein Agent tut zwei Dinge mehr. Er meldet sich von selbst zu Wort, wenn etwas im Gespräch das rechtfertigt (eine Zusage, eine unbeantwortete Frage, die Zeit), und er handelt auf Anfrage — plant, zeichnet auf, sendet — statt nur zu beschreiben, wie man das tun könnte. Microsoft nennt seine Version Facilitator, Zooms heißt ZoomMate, InterMINDs heißt Mia. Der Rest dieses Guides handelt von diesem dritten Begriff und den zwei Fragen, die er in jeder Organisation aufwirft: Wann darf er unterbrechen, und wer darf ihm Anweisungen geben.