Simultandolmetscher: Mensch, RSI-Plattform oder KI — was Ihr mehrsprachiges Meeting braucht (2026)
»Simultandolmetscher« ist ein Beruf: ein Mensch, der Gesprochenes überträgt, während es gesprochen wird — ohne Pausen, ohne Staffelübergabe. »Simultanübersetzung« ist das Wort, mit dem die meisten danach suchen. Gemeint ist dasselbe Ergebnis, aber es gibt 2026 drei sehr verschiedene Wege dorthin — den Dolmetscher in der Kabine, die RSI-Plattform mit Ferndolmetschern und die KI-Simultanübersetzung — und drei Kostenstrukturen, die nichts miteinander zu tun haben.
Dieser Leitfaden trennt die drei Wege und vergleicht dann konkrete Werkzeuge auf überprüfbarer Basis: was die öffentliche Dokumentation des jeweiligen Anbieters angibt, mit Quelle und Prüfdatum. Eines davon bauen wir selbst (InterMIND) — wir sagen, wo es passt und wo nicht.
Die drei Wege zur Simultanübersetzung
1. Der Simultandolmetscher in der Kabine
Zwei Dolmetscher pro Sprachpaar, eine schallisolierte Kabine, Empfänger für den Saal. So arbeiten Institutionen und große Konferenzen. Die Qualität kommt von Profis, die Kontext, Ironie und Fachjargon verstehen — die Kosten kommen aus derselben Quelle: qualifizierte Menschen, tageweise gebucht, pro Sprachpaar, plus Technik. Für das wöchentliche Arbeitsmeeting ist dieses Modell schlicht nicht gedacht.
2. RSI: der menschliche Dolmetscher, aus der Ferne
Plattformen für Remote Simultaneous Interpretation (Interprefy, KUDO, Boostlingo) liefern den Ton menschlicher Dolmetscher — teils mit KI-Option daneben — auf die Telefone oder Headsets der Teilnehmer, vor Ort oder in der Videokonferenz. Das Format bleibt eine Veranstaltung: ein Redner, ein Publikum, vorab festgelegte Sprachen, gebuchte Dolmetscher.
3. KI-Simultanübersetzung
Hier dolmetscht niemand mehr: Eine Kaskade aus Spracherkennung → maschineller Übersetzung → Sprachsynthese gibt das Gesagte binnen Sekunden in der Sprache jedes Zuhörers wieder — ohne Buchung. Nur diese Form hat Grenzkosten, die zum gewöhnlichen Meeting passen; das ist der Kipppunkt der Kategorie. Die Frage verschiebt sich damit: Was übersetzt das Werkzeug — über die Stimme hinaus?